
als ich noch jung war und freude am ausgehen hatte, verband ich diese mit der möglichkeit etwas geld zu verdienen und ungemein hip zu werden. ich heuerte in berlin bei dem club mit den drei buchstaben an und begann, mich unter anderem um die pr und das booking zu kümmern. anfangs noch als praktikant, später dann (mehr oder minder) fest.
das war auch eine recht witzige zeit, man lernte ne menge guter künstler, absurder alkoholkombinationen und grässlicher restaurants kennen.
unter der woche gings so gegen 13h los mit texten, telefonieren, verhandeln, versuchen im gewusel der mailinglisten den überblick zu behalten usw. das machte man so von montag bis freitag abend.
das wochenende schliesslich war dann der krönende abschluss, auf den man so fleissig hingearbeitet hatte. das begann meist mit dem abholen der dj’s oder liveacts und setzte sich fort, mit den versuchen die herrschaften soundchecken zu lassen, sie im hotel einzuchecken, essen zu gehen und was da noch so alles dazu gehört.
meist gingen die abende (und das tun sie wohl immer noch) so gegen 23h los, was für berliner verhältnisse recht früh ist, d.h. man kann eigentlich davon ausgehen bis 1h kaum gäste im club zu haben. also vertrob ich mir die zeit mit den folks an der kasse und an der tür, denn die konnten ja nicht weglaufen.
da dieser club ein recht renommiertes g’schäft ist, hatten wir manchmal illustre gäste aus funk und fernsehen, beispielsweise war mal ein bundesminister da, der recht locker rüberkam und sich so manches pils reinpfiff oder auch die nena, die nen ganz netten eindruck machte.
es stellt sich ja eh die frage, ob man die gäste dreist anquatscht.
“ey bist du nicht die und die, willstn bier?” kommt irgendwie doof. der herr minister musste das aber an dem abend über sich ergehen lassen und war auch sichtlich genervt.
richtig witzig wurde das aber nur einmal. ich stand gerade an der kasse und unterhielt mich mit meinen kollegen, da rauschte eine ami-stretchlimo heran, mit verdunkelten scheiben und heraus kamen ein paar wirklich fertige gesellen, mit weiblichem anhang. stellte sich heraus, dass es eine amerikanische rockband war, die vor kurzem einen charthit hatte, indem sie ein rhcp-sample verhunzte und auch sonst der körperverzierung nicht abgeneigt war. also die jungs dieser musikalischen eintagsfliege kamen an die tür und unser türsteher meinte auf den sänger zeigend:”ey, den kenn ich, das isn dealer, der kommt hier nicht rein.”
die ganze aktion war nichtmal böse absicht, er hatte die typen wirklich (v)erkannt und er ist sich auch jetzt noch sicher, dass das keine musiker waren.
er hat wahrscheinlich recht