spons netzwelt-impressario frank patalong schreibt einen artikel über blogs, daraufhin erscheinen bei spreeblick und wirres
und und und einträge zu diesem thema, die ich verdammt gut verstehen kann.
it&w, sowie don alphonso sehen das alles etwas gelassener, was ich auch gerne würde,
aber es muss wohl an meiner streitlustigen art liegen, dass mich sowas nicht kalt lässt.
worum gehts? mal wieder um das leidige thema journalisten vs blogger, das immer wieder
mit denselben argumenten aufgehübscht wird. wenn man bei patalong zwischen den zeilen liest, steht da letztlich, journalisten würden bessere arbeit abliefern, da sie dafür ausgebildet seien und
überhaupt über die notwendigen ressourcen wie newsticker oder recherchekapazitäten seitens ihrer redaktionen verfügen. ach nee.
was mir bei dieser diskussion auf den geist geht ist, das blogs sich doch nie wirklich in direkter konkurrenz zu den “klassischen” medien stellen wollten. es ist doch nie darum gegangen zu sagen: “hey verpisst euch, ihr seid geschichte!”
ich sehe das vielmehr als interessante ergänzung zu anderen informationsquellen, aber sicherlich
nicht als deren substitut.
und was mir richtig auf den saque geht, ist die auffassung, dass nur wer einen presseausweis sein eigen nennt, schreiben dürfen darf. denn so klingt dieses geschriebs vom spiegel.
also entweder warst du auf der henri-nannen-schule, hast ein volontariat bei der märkischen
zeitung absolviert oder kaffee beim mdr gekocht, dann und nur dann darfst du publizieren, senden
etc.
ich weiss auch nicht warum vielen bloggern vorgeworfen wird, sie seien grössenwahnsinnig geworden oder sie wollten die grosse publizistische umwälzung, in der traditionelle medien abgeschafft werden. ich lese täglich ne ganze menge blogs und habe keinen einzigen gefunden, der sich das auf die fahnen geschrieben hätte. ist doch auch völlig blödsinnig.
dass herr patalong sich als gatekeeper sieht, ist ja völlig richtig, aber gatekeeper ist jeder von
uns, ob blogger, journalist oder pommesbudenbesitzer oder was weiss ich. wir alle filtern bestimmte informationen und lassen die durch, die uns in den kram, in unser weltbild passen. je
nachdem, was wir damit erreichen wollen. das ist alles motivationsabhängig.
und über die motivation anderer zu urteilen, finde ich unglaublich anmaßend.
anscheinend treffen blogs, trotz des sicherlich nervigen hypes, einen bestimmten nerv,
so wie meinetwegen fanzines früher auch einen bestimmten nerv getroffen haben und über dinge
berichtet haben, die eben nicht in den “mainstream”-medien standen oder immer noch stehen.
also kann man das doch einfach als special interest ecke sehen…mit bis zu 30.000 hits pro tag.
je mehr quellen mir zur verfügung stehen, desto eher treffen sie meinen persönlichen nerv.
und letztlich gehts doch darum bedürfnisbefriedigung zu erreichen.
und wenn herr patalong das nicht schafft, dann schafft es vielleicht herr ix oder shesaiddestroy
oder wer-auch-immer.
ich will ja mein ganzes leben lang nicht nur vanilleeis essen.
und um das mal mit den lyrics von sacred reich zu garnieren:
“vanilla is smooth chocolate is kickin’ strawberry is sweet all deserve a
hearty lickin’ have em all three scoops piled high variety is the spice of
life
p.s. scheiss-flattersatz