wordpressed by Maciej, Pedda und Papasosa

silesian string quartett im konzerthaus

heute war ich im rahmen des ultraschall-festivals im konzerthaus und muss sagen, dass es ein äußerst gelungener abend war. das lag an der recht familiären atmosphäre und der auswahl der stücke, aber vor allem auch am silesian string quartett, das eins der renommiertesten und versiertesten streichquartette zeitgenössischer musik ist.
der kleine saal des konzerthauses ist wahrscheinlich an hässlichkeit nicht mehr zu überbieten, aber dafür ist die akkustik gut und darum gehts ja.
los gings um 21h mit franco evangelistis aleatorio für streichquartett, das mir sehr gut gefallen hat, kurz, knapp und präzise gespielt, bravo. als nächstes war lutoslawski dran mit einem streichquartett von 1965. ich fand es klasse interpretiert, aber das stück an sich führt irgendwie nirgendwo hin, mäandert so umher, hat sicher seine spannenden momente, aber ist einfach nicht aufn punkt gebracht.so.
nach der pause 1+1+1+1 von witold szalonek. so ziemlich eine der besten aufführungen, die ich gehört hab und ich hab schon einige gehört. also ganz grosses tennis und das stück an sich versprüht einen ausgefuchsten humor, wie man ihn in zeitgenössischer musik recht selten findet, so dass das publikum auch mal vergnügt vor sich hinkichern durfte.
danach die deutsche uraufführung des streichquartetts von tadeusz wielecki. ein melancholisches und im vergleich zu den anderen eher ruhiges stück. vielleicht liegts daran, dass es auch das jüngste ist? wer weiss, die jungen modernen sind vielleicht nicht mehr ganz so aufbrausend avantgardistisch, wie die alten. dunno.
zum abschluss gabs noch das streichquartett n° 2 von penderecki, den ich ja eigentlich aufgrund seiner wenig subtilen art nicht schätze, aber das stück war klasse und souverän gespielt.
also alles in allem ein runder abend, mit sehr angenehmem publikum (war voller als erwartet).
wer lust hat sich den rest des festivals anzuschauen/ anzuhören, dem sei mal hier der montag (23.1.) angepriesen, um 20h gehts im kleinen sendesaal des rbb in der masurenallee los. protagonisten sind diesmal mitglieder des ensembles des deutschen symphonie orchesters und aufgeführt werden unter anderem wieder evangelisti und szalonek, aber auch jüngere künstler, wie bortnowski oder gryka.

hier mal der link zur deutschlandradiokulturseite, wo das programm drauf ist. hört mal rein, denn das ist mal was anderes, als den ganzen tag jennifer beals zu hören. und ich geh davon aus, dass 90% unserer leser grosse jennifer beals fans sind.
so und jetzt hab ichn date mit romy und alain am swimmingpool und pfeif auf atjazz. tschö.


6 Responses to “silesian string quartett im konzerthaus”

  1. 21.1.2006 pedda:

    na viel spass… da kann man ja nur schön von träumen. ich werde wohl wilde Schafe zählen, nenn mich Trintignant…

  2. 21.1.2006 maciej:

    davon träumst du, ich nenn dich höchstens jane birkin ;)

  3. 23.1.2006 Kate:

    Öh… nu bin ich platt, Maciej! Gut, ich hatte vorsichtig geahnt, das Du einen recht *hüstel* vielseitigen Musikgeschmack hast, aber ja, ich gebs zu: ich hab Dich unterschätzt!

    Käme ja never ever auf die Idee, mir sowas anzutun, aber finde es äußert interessant, drüber zu lesen. Andererseits: ich geh auch net auf Death-Metal-Konzerte und mag trotzdem gern was drüber lesen. Soviel als dezenter Hinweis…

    Schöne Woche und Grüße
    Kate

  4. 23.1.2006 maciej:

    hi kate,
    schön von dir zu hören.
    hehe,das geht den meisten so – ich bin mit damit aufgewachsen, deswegen auch
    die bemerkung, dass ich schon n paar aufführungen mitgekriegt habe. vielleicht sollte ich das dazu schreiben, dass witold szalonek mein dad war – aber das klingt dann immer so furchtbar pathetisch ;)
    dir auch noch ne schöne woche und liebe grüsse
    p.s. ich war auch noch nie aufm death-metal konzert, hatte aber fast alle platten von morbid angel…gebrannt ;)

  5. 25.1.2006 Kate:

    Death Metal wird ja allgemein auch sehr unterschätzt *zwinkert*… genauso wie Streichmusik. Schade eigentlich. Dabei muss man eigentlich nur die Ohren öffnen und einfach mal zulassen, das es vielleicht nicht beim ersten Hören gleich gefällig ist.
    Wenn mir, dem konservativem Mädchen-Hörer das mit Necrophagist gelingt, dann warum zum Henker nicht auch mit sowas? Hab beschlossen, meine Hörgewohnheiten noch ein bisschen weiter zu öffnen… erst mit der neuerlichen Beschäftigung ist mir aufgefallen, wie arm doch Pop sein kann, wenn es alles ist, was man den Tag über so hört.
    p.s. selbst wenn du gesagt hättest, wer dein dad ist: ich hätte ihn wohl trotzdem nicht gekannt, ich Banause! Gib mal was auf die Ohren davon, bitte…

    *hmpf* ich KANN mich einfach nicht kurz fassen!

  6. 25.1.2006 maciej:

    nö, gekannt nich, aber im text gelesen, fastehste?
    jo, kann ich mal machen, wenn ich mirn neuen brenner kaufe.